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LEUCHTFEUER #19
Mythos Worker & Co.
{briefanrede},
„Das ist ein echter Worker! Der kommt immer gut an! Der haut rein wie eine Bombe!“ – Du hast solche Sätze sicher schon mal gehört. In der Zauberszene begegnen uns Worker, Burner, Workhorses und Bomben. Damit sind Kunststücke gemeint, auf die man sich verlassen kann und die beim Publikum angeblich immer und überall großartig ankommen. Die extrem stark wirken und "Wunder" sind. Solche Bezeichnungen sind praktisch, klingen nach Erfahrung und wecken Neugier. Das meiste davon kommt mir vor wie Händlersprech und sie bergen ein Versprechen, das kein Kunststück einlösen kann.
Dabei müssen wir die Begriffe gar nicht verbannen. Wenn ein Kollege eine Routine als seinen „Worker” bezeichnet, kann das eine brauchbare Information sein: Er setzt sie regelmäßig ein, kennt ihre Anforderungen und hat damit gute Erfahrungen gemacht. Entscheidend ist allerdings das kleine Wort „sein“. Was bei ihm funktioniert, funktioniert unter seinen Bedingungen. Mit seiner Persönlichkeit, seiner Präsentation und vor seinem Publikum. Das lässt sich nicht einfach durch den Kauf der Requisiten übernehmen.
Problematisch wird es, wenn wir aus dieser persönlichen Erfahrung eine allgemeine Eigenschaft des Tricks machen. Dann klingt „Worker” plötzlich so, als wäre die Wirkung bereits eingebaut. Requisiten auspacken, Ablauf vorführen, Erfolg haben. Und genau hier beginnt für mich der Mythos. Denn ein Trick bringt Möglichkeiten mit. Was das Publikum tatsächlich erlebt, entsteht aber erst in der Vorführung.
Mein Mentor Prof. Dr. Toni Forster hat das sehr treffend formuliert: „Diese Routine könnte sehr stark wirken, wenn sie den Vorführumständen entsprechend adäquat präsentiert wird.“
An diesem Satz gefällt mir, wie genau er ist. Die Routine könnte stark wirken. Darin steckt Zutrauen zu ihrem Potenzial, aber auch eine Bedingung. Die Präsentation muss zu den Umständen passen. Das klingt vielleicht nicht so verkaufswirksam wie „absolute Bombe“, ist für uns als Vorführende aber sehr hilfreich. Es lenkt unseren Blick auf den Teil, für den wir selbst verantwortlich sind: was wir aus dem Trick machen und wie wir ihn vor Publikum umsetzen.
Zu diesen Umständen gehören ganz konkrete Dinge: Können alle Zuschauer den entscheidenden Vorgang sehen? Ist unsere Sprache verständlich? Haben wir die Aufmerksamkeit, die der Ablauf benötigt? Passt die Dauer zur Situation? Können die Zuschauer nachvollziehen, was geschehen ist und weshalb es unmöglich erscheint? Eine Routine, deren Wirkung von einem kleinen, sichtbaren Detail abhängt, stellt andere Anforderungen als ein Effekt, den auch die letzte Reihe deutlich erkennen kann.
Auch technische Zuverlässigkeit und Wirkung sollten wir unterscheiden. Ein Kunststück kann methodisch einwandfrei funktionieren und dennoch wenig Eindruck hinterlassen. Vielleicht war die Ausgangslage unklar. Vielleicht wurde der entscheidende Moment, in dem der Effekt passiert, zu beiläufig behandelt. Oder wir haben so viel erklärt und sinnlos dahingeplappert, dass die Zuschauer längst den Faden verloren haben. Dass die Methode ihren Dienst getan hat, sagt zunächst nur etwas über die Methode selbst aus.
Die bequemen Etiketten können uns verleiten, diese Fragen zu überspringen. Bei der Auswahl genügt dann die Empfehlung: „Das geht immer.“ Bei der Vorbereitung verlassen wir uns oft zu sehr auf den Ruf bzw. das oben genannte Etikett der Routine. Wenn die erhoffte Reaktion ausbleibt, suchen wir die Erklärung womöglich beim Publikum. Dabei wäre gerade dann ein genauer Blick auf die eigene Vorführung hilfreich.
Ich vertraue deshalb solchen verbalen "Empfehlungen" nicht blind und stelle mir lieber diese Fragen: Für welche Situationen hat sich das Kunststück bewährt? Was sind die Voraussetzungen und Bedingungen? Welche Erfahrung braucht der Vorführende? Für welche Art von Publikum ist der Trick geeignet? Und was davon passt zu mir? Diese Fragen machen einen guten Trick keineswegs schlechter. Sie helfen uns, ihn sinnvoll auszuwählen und sein Potenzial voll auszuschöpfen.
Wir dürfen uns über starke Routinen freuen und sie begeistert weiterempfehlen. Auch der Begriff „Worker” darf in unserem Wortschatz bleiben. Wir sollten nur im Hinterkopf behalten, dass dieses Wort die eigentliche Arbeit nicht erledigt.
Wenn du das nächste Mal von einer „Bombe” hörst, lohnt es sich deshalb, einen Schritt zurückzutreten und zu überlegen: Was braucht dieses Kunststück, damit es in meinen Händen und vor meinem Publikum stark wirken kann? Die Antwort verlangt mehr Aufmerksamkeit als ein griffiges Etikett. Genau diese Aufmerksamkeit verdient unsere Zauberei.
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NEUERSCHEINUNG
Drehbuchsoftware SOLIDMAGIC Script
Nach langer Zeit und Unzufriedenheit mit bestehenden Branchenlösungen zum Drehbuchschreiben habe ich mich entschlossen, meine eigene Drehbuchsoftware zu schreiben, die gezielt auf unsere Bedürfnisse als Zauberer zugeschnitten ist. Mit SOLIDMAGIC Script schreibst Du Deine Zauberroutinen so auf, dass Vortrag und Handlungen zusammenpassen. Die Cornell-Spalte hält Deine Handlungsanweisungen direkt neben dem Text. Dazu kommen Textmarker, Haftnotizen und eine Druckvorschau für Deine Probenfassung.
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ENDLICH WIEDER LIEFERBAR !
Bill in Marker 2026
Ich habe diesen Effekt bereits 1994 kreiert und er zählt bis heute zu meinen Lieblings-Close-up-Zaubertricks. Dabei verschwindet ein geliehener und unterschriebener Geldschein und erscheint dann zusammengefaltet im Inneren eines dicken Filzstifts. Damals brachte ich den Trick in geringer Stückzahl auf den Markt, wo er innerhalb kürzester Zeit vergriffen war. Seitdem zählt er zu den gesuchten Effekten und immer wieder haben mich Zauberfreunde gefragt, wann er wieder erhältlich sein wird. Zwischenzeitlich stellte die Firma Edding ihr Verkaufssortiment jedoch um und die für den Trick perfekten Stifte wurden in dieser Form nicht mehr produziert. Somit konnte der Trick nicht mehr hergestellt werden.
Nun gibt es aber neue Stifte und vor allem eine verbesserte Daumenspitze der Firma Vernet, mit denen „Bill in Marker” wieder möglich ist! Ich habe gleich noch ein paar wesentliche Verbesserungen eingebaut, die Routine „gestreamlined” und den Effekt für den Vorführenden noch überzeugender und einfacher gemacht.
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Neues AdC Seminar: SESSION
Ich habe ein neues Seminar zusammengestellt – mit dem Titel SESSION. Session bedeutet z. B. in der irischen Musik, dass mehrere Musiker sich zusammen setzen und zusammen die typischen irischen Lieder spielen: Jigs, Reels, Hornpipes usw. Das sind in der Regel bunt gemischt Musikstücke, und deswegen finde ich den Titel für mein neues Seminar passend: viele neue Tricks und Ideen aus (fast) allen Bereichen der Magie, in gewohnter AdC Qualität. Alles Dinge, die in der Praxis funktionieren, nicht allzu schwer sind und vor allem beim Publikum gut ankommen. Wer mich kennt, weiß, dass ich größten Wert auf das "Keep it Simple!" Prinzip lege, und dem bleibe ich auch im neuen Seminar treu.

Die Premiere findet am 9. November 2026 beim Magic Cercle in Wien statt. Anfragen und Buchungen werden ab sofort entgegengenommen, einfach eine E-Mail an office@solidmagic.org senden. Ich würde mich freuen, wenn wir wieder eine kleine Seminartour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz realisieren könnten.
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SUB ROSA Projekt

Mein Projekt SUB ROSA nimmt noch Anmeldungen entgegen, wir haben noch nicht angefangen. Wie gesagt, es eilt mir nicht, und ich möchte nur wirklich interessierte Zauberfreundinnen und Zauberfreunde dabeihaben. Hier bekommt ihr mehr Infos: http://vault.solidmagic.org/.
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MASTERCLASSES mit Alexander de Cova
Es scheint sich langsam herumzusprechen, wie wertvoll die Masterclasses sind. Es ist eine sehr gute Form, viel geballtes Wissen in kurzer Zeit online zu vermitteln. Auf der Webseite findet ihr alle angebotenen Termine: https://solidmagic.org/de/academy.
Bis zum nächsten Mal,

Zur -> SOLIDMAGIC Webseite
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