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LEUCHTFEUER #20
Chops
{briefanrede},
am Bass (und in der Musik) bedeutet „Chops” so viel wie: die Fähigkeit, viele Noten sehr schnell und sehr sauber zu spielen. Slap-Bass, Tapping, die Solopassage – all das klingt im Übungsraum nach dem großen Auftritt. In der Zauberei ist es vergleichbar: die schweren Griffe, die schwierigen Flourishes, exotische Palmagen, noch exotischere Verschwindegriffe – also alles, wofür man Stunden im Übungsraum und vor dem Spiegel verbringt, bis es endlich sitzt. Es tut aber auch so gut, wenn es dann endlich klappt. Natürlich verführt es auch, seine Mühen und die Beherrschung dieser schwierigen Dinge den Zuschauern zu zeigen.
Ich höre seit Jahren Session-Musiker reden und bei Leland Sklar wird für mich am deutlichsten, worum es geht: Der Bass muss dem Song dienen. Nicht als Soloinstrument, nicht als Bühne für Fingerfertigkeit. Der Bass trägt zusammen mit dem Schlagzeug den Song. Er legt das Fundament, auf dem Melodie, Stimme und alles andere in der Band stehen. Wenn das Fundament lauter ist als der Song, schaut man nicht mehr nach oben, sondern starrt auf den Bassisten und fragt sich, warum er gerade eine Show macht. Ein Sprichwort lautet: „Eine mittelmäßige Band kann durch einen guten Bassisten und einen guten Schlagzeuger gerettet werden. Umgekehrt nicht.” Das Gleiche trifft in der Zauberkunst zu, wenn es um Technik und Effekt geht. Gute, unsichtbare Technik ist das Fundament für eine Routine, die das Publikum täuscht. Das Erschaffen der Illusion ist das oberste Ziel.
Leland Sklar hat gewaltige Chops. Er ist legendär, unter anderem, weil er an über 2 200 Studioaufnahmen mitgewirkt hat. Trotzdem bucht man ihn nicht, damit er im Refrain eine Slap-Solo-Nummer zieht. Man bucht ihn, weil er zuhört, weil er den Song zusammenhält, weil er sich zurücknimmt, wenn Zurücknahme nötig ist, und weil er in der einen Zeile die Note findet, die alles trägt. Klartext: Er hat Chops, zeigt sie beim Song aber nicht.
In der Zauberei ist Technik das Fundament der Täuschung. Sie ist sehr wichtig, um das Wunder überhaupt zustande zu bringen. Doch sie muss geheim bleiben und vor allem unsichtbar sein, sozusagen das Uhrwerk unter der Oberfläche der Uhr. Sobald die Mechanik sichtbar wird, ist Schluss mit dem Staunen. Dann bleibt nur noch Handwerk, und Handwerk auf der Bühne ist etwas anderes als Magie. Technik, die man zur Selbstdarstellung einsetzt, schwächt das Mysterium. Nicht, weil Technik schlecht wäre, sondern weil gezeigte Technik die falsche Frage beantwortet. Die Zuschauer sollen sich fragen: „Wie ist das möglich?” Nicht: „Wie schnell sind deine Finger?”
Natürlich willst und musst du bestimmte Dinge können. Zum Beispiel Palmagen, die unter allen Vorführbedingungen sitzen. Ein Verschwindegriff, der wie eine echte Übergabe aussieht. Ein Flourish, der nicht nach Übungszimmer aussieht, sondern so "nebenbei" passiert und sich nahtlos in die Handlung einfügt, ohne zu stören. Das ist richtig und nötig, denn Chops geben dir Kontrolle und Präzision und damit Sicherheit und Souveränität in der Vorführung. Sie sind deine Reserve für den Moment, in dem etwas schiefgeht, und sie geben dir die leise Sicherheit, dass du in einem wichtigen Moment nicht nachdenken musst. Der Unterschied liegt im Einsatz: gezielt und sparsam, im Dienst des Effekts, nicht als Extraktion für Applaus.
Stell dir eine Ballade vor. Du legst in der Mitte ein kurzes Bass-Solo ein, nur weil du es kannst. Der Song und die Stimmung sind plötzlich weg. Beim Zaubern kenne ich das in kleinerer Form: Zwischendurch wirft jemand einen Ziergriff ein, sodass alle auf die Hände schauen. Oder es wird ein Griff gezeigt, der zwar beeindruckend ist, für den Effekt aber überflüssig. Am Ende applaudieren die Leute vielleicht für deine Geschicklichkeit. Staunen ist aber etwas anderes. Oft merken Zuschauer nicht bewusst, was tricktechnisch gerade passiert ist. Sie spüren nur, dass etwas nicht stimmt.
Chops allein reichen nicht aus. Das ist die zweite Seite derselben Medaille. Du kannst die schnellsten Finger haben und trotzdem verlieren, wenn Timing, Misdirection und der Umgang mit den Zuschauern nicht stimmen. Misdirection lenkt die Aufmerksamkeit dorthin, wo du sie haben möchtest. Timing verleiht dem Moment Gewicht. Die Interaktion mit den Zuschauern entscheidet darüber, wie ein Effekt bei ihnen ankommt oder ob er einfach nur abläuft. Ohne all das bleibt es eine Technikübung, die zufällig vor Publikum stattfindet.
Ich habe Magier gesehen, deren Hände ich bewundere, und ich habe Vorführungen gesehen, die mich nicht losgelassen haben, obwohl die Hände gar nicht spektakulär gewirkt haben. Der Unterschied war fast immer derselbe: Beim einen diente jede Bewegung dem Wunder. Beim anderen diente das Wunder der Bewegung.
Übe also ruhig die schweren Sachen und erarbeite dir deine Chops. Sei froh, wenn sie sitzen. Wenn du jedoch vor Menschen stehst und vorführst, dann stelle dir lieber Sklars Frage: „Dient das dem Song?” Beim Zaubern heißt das: Dient das dem Wunder oder diene ich gerade mir selbst? Wenn du dir unsicher bist, wähle die zurückhaltendere Variante. Die ist selten langweiliger. Meistens weiß am Ende niemand, wie viel Arbeit dahintersteckt, und genau das ist der Punkt: Die Anstrengung oder Schwierigkeit in der Technik darf nicht sichtbar sein, wenn du in den Augen der Zuschauer Wunder erzeugen willst.
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Geldschein in Marker
Ich habe diesen Effekt bereits 1994 kreiert, und er zählt bis heute zu meinen Lieblings-Close-up-Zaubertricks: Ein geliehener und unterschriebener Geldschein verschwindet und erscheint zusammengefaltet im Inneren eines dicken Filzstifts.
Damals brachte ich den Trick in geringer Stückzahl auf den Markt. Innerhalb kürzester Zeit war er vergriffen. Seitdem gehört er zu den gesuchten Effekten, und immer wieder haben mich Zauberfreunde gefragt, wann er wieder erhältlich sein wird.
Zwischenzeitlich stellte die Firma Edding jedoch ihr Sortiment um. Die für den Trick perfekten Stifte wurden in dieser Form nicht mehr produziert – und damit konnte ich auch den Trick nicht mehr herstellen.
Nun gibt es neue Stifte und vor allem eine verbesserte Daumenspitze der Firma Vernet, mit denen „Bill in Marker“ wieder möglich ist! Ich habe die Gelegenheit genutzt, einige wesentliche Verbesserungen einzubauen und die Routine zu straffen. Die Handhabung ist jetzt noch einfacher, der Ablauf noch überzeugender.
Das erleben deine Zuschauer: Ein Zuschauer leiht Dir einen Geldschein und unterschreibt ihn. Du faltest den Schein zusammen – und lässt ihn verschwinden.
Auf dem Tisch liegt ein Marker. Er lag dort die ganze Zeit. Du schraubst ihn auf und lässt den Zuschauer hineinsehen: Im Inneren steckt ein klein zusammengefalteter Geldschein.
Mit einer Pinzette ziehst Du ihn heraus und übergibst ihn dem Zuschauer. Du berührst den Schein dabei kein einziges Mal mit den Fingern. Der Zuschauer faltet ihn selbst auseinander und bestätigt: Es ist sein Originalschein – mit seiner Unterschrift!
Für die Praxis gemacht
- Unter so gut wie allen Vorführbedingungen vorführbar.
- Keine Taschen notwendig – Du bist nicht auf ein Jackett angewiesen.
- Nach der Vorführung automatisch wieder bereit für den nächsten Tisch. Ideal fürs Table-Hopping.
- Marker und Daumenspitze sind zusätzlich speziell präpariert, um die Handhabung zu erleichtern und den Ablauf noch überzeugender zu machen.
Ich arbeite dabei mit einem der einfachsten und sichersten Hilfsmittel unserer Kunst: einer Daumenspitze. Allerdings mit einer sehr speziellen Ausführung, die auf diesen Effekt abgestimmt ist, und natürlich einer wohlüberlegten Handhabung.
Du erhältst alles, was du zur Vorführung brauchst: den speziellen Marker, die Daumenspitze, eine Pinzette und ein durchsichtiges Tuch, mit dem du das Verschwinden realisieren kannst. Dazu gibt es einen Link zu einem Video, auf dem ich dir die Handhabung inklusive aller Feinheiten genauestens erkläre.
Limitierte Auflage!
ACHTUNG: Leider ist mir Versand nur innerhalb Deutschlands und nicht in die EU möglich, aufgrund der neuen Verpackungsverordnung. Zauberfreunde in Österreich können den Stift aber bei meinen Seminaren dort erwerben.
Hier kannst du diesen Effekt bestellen.
SUB ROSA Projekt ist noch offen für Anmeldungen
Mein Projekt SUB ROSA nimmt noch Anmeldungen entgegen, wir haben noch nicht angefangen. Wie gesagt, es eilt mir nicht, und ich möchte nur wirklich interessierte Zauberfreundinnen und Zauberfreunde dabeihaben. Hier bekommt ihr mehr Infos: http://vault.solidmagic.org/.

MASTERCLASSES mit Alexander de Cova
Es scheint sich langsam herumzusprechen, wie wertvoll meine Masterclasses sind. Es ist eine sehr gute Form, viel geballtes Wissen in kurzer Zeit online zu vermitteln. Auf der Webseite findet ihr alle angebotenen Termine: https://solidmagic.org/de/academy.

Bis zum nächsten Mal,

Zur neuen -> SOLIDMAGIC Webseite
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